Olhão – Zum Fest
Ich habe uns heute schon ein Geschenk gemacht. Ein X-mas- oder Weihnachtsgeschenk,wie man das auch sehen will. Auf jeden Fall eine Menge Schwierigkeiten vermieden.
Suzanne fragte doch immer, ob das wohl not täte, daß ich die Püttinge am Großmast änderte – so viel zusätzliche Arbeit und so. Ich habe das ja vorgestern dann eben gemacht, für gut befunden und freute mich auch sehr darüber. Es ist noch ganz ungewohnt, an der Stelle so aufrecht durchzugehen.
Gestern dachte ich mir dann: wenn schon neue Püttinge, dann kann ich auch welche von den neuen Wantenspannern einbauen.
Ein Heiden-Kraftaufwand, wie sich gleich beim ersten herausstellen sollte. Man muß dazu ja das obere Teil, in welches das Ende des Drahtseils eingeklemmt ist, aufdrehen. Nach dreißig Jahren, in denen die Siffe von oben hinein gelaufen, und alles verstopft hat, kein leichtes Unterfangen. Das schien richtig eingebacken zu sein, jedenfalls mußte ich alles an verfügbarer Kraft und Tricks aufwenden um zurande zu kommen. Anhalten und mit einem zweiten Schlüssel gegendrehen, und das alles an einem gelockerten, sich mitdrehenden Drahtseil.
Schließlich begann es sich ein wenig zu bewegen. Innerlich jubilierte ich schon, dachte jedoch gleichzeitig daran: wenn das beim zweiten auch so sein wird, na dann Mahlzeit. Und plötzlich, so schien es, rutschte einer der Schlüssel ab und fiel runter. Mitsamt dem unteren Ende des Wantenspanners. Lag da und ich traute meinen Augen erst nicht. Es war gebrochen. Zwischen den beiden Muttern, die aufzudrehen waren, brach das Teil einfach ab. Bei genauerer Betrachtung war zu sehen, daß die Bruchfläche schon auf zwei Dritteln rostig war, also schon seit längerer Zeit gebrochen. Nur ein einziges Drittel des Bolzendurchmessers war noch verblieben um jetzt zu brechen. Ich muß sehr blöde dreingeschaut haben. Nicht auszudenken, wenn das beim Segeln passiert wäre. Auf jeden Fall hätte es für erhebliches Unbehagen gesorgt.
Jedenfalls tausche ich die Spanner der Unterwanten ebenfalls aus, in den nächsten Tagen – hatte doch noch in Marmaris, bevor ich von dort verschwand, einige Neue gekauft. Also Geschenk gemacht, genau so, wie schon bei den anderen Entdeckungen, die wir seit dem Herausheben gemacht haben.
Zwischen dem vorherigen Bild und heute hat sich anscheinend einiges getan. Ja, hat es. Und wir sind, was wir uns vorher so recht nicht vorstellen wollten, wie jedes der vorangegangenen Jahre auf dem Hartplatz. Nein, einmal war es nicht so. Aber die guten Plätze zwischen hier und dem östlichen Mittelmeer habe ich schon sehr gründlich kennen gelernt.



