Riss der SY Seraphian
SY-Seraphina

Malta

Abgelegt unter: Allgemein — Lukas 8. Dezember 2009 @ 18:13

Limonade aus Blutorangen und Wermutkraut, Kinnie genannt, ist das einzige Malteser Produkt, das einfach und fast überall zu haben ist. Beim Käse muß die …fachverkäuferin, trotz ihres reichhaltigen Angebots, schon mal gleich bei der Vorgesetzten nachfragen. Diese verneint aber, und so bleibt die Wahl zwischen italienischem und denen der britischen Inseln. Salami, keine Frage, italienisch.

Malta ist auch – im Winter – Starkwind. Angesagt seit Tagen, die Angaben jeden Tag auf etwas mehr, zu erwarten dann mitten in der Nacht. An Bojen liegend, deren Haltekraft unbekannt, deswegen zwei. Ein nahe bei liegender Brite meinte schon vor Tagen, „wenn’s anfängt zu blasen, kommt bei mir längsseits, meine halten gut, die habe ich selbst versenkt.“
Die Frage steht: können wir noch was besser machen, vielleicht eine lange Leine an eine dritte Boje hängen? Aber was, wenn ausgerechnet dann einer da durch will oder muß und an der Langen hängen bleibt? Was aber auf jeden Fall zu machen ist – mit dem Gesicht zum Wind, und das machen wir auch.

Puppenspieler, oder Riggertricks aus der Konzerthalle. Lange Leine ziehen vom kurzen Eck aufs lange Ende, am kurzen Eck ein langer Palstek, am langen Eck bereit. Dann am kurzen Eck erst die alte Leine lösen und schnell einziehen, danach am langen Eck das Gleiche und fast gleichzeitig die neue Lange über die Rolle am Bugspriet ziehen, ziehen, ziehen was das Zeug hält.
Ganz klar, das genau in dem Moment, schon mal voraus geschickt, eine starke Bö einfährt. Aber das Boot dreht sich wie auf dem Teller, hängt schon im nächsten Moment kurzstag mit dem Bug zum Wind, was mir ein Grinsen entlockt. Zumbel, zumbel hier noch gezogen oder da noch etwas nachgegeben, dann liegt alles schön und komfortabel, windgeschützt zu sitzen im Fiakerhäusl.

Pünktlich um ein Uhr morgens kam dann der versprochene Starkwind, mit einem Satz daher, „Kuckuck, da bin ich!“, mit einer Stärke von 7 und Böen in 8, so daß wir uns veranlaßt sahen, unsere Plätze nicht im Bett, sondern auf den Salonkojen einzunehmen. Man kann ja immer mal raus schauen, ob alles so richtig ist. Außerdem äußert sich so ein Wind laut, garstig und dramatisch. Bei 7 – 8 Bft., fest gemacht an Steg und Mooring, wird einem nichts den Schlaf trüben. An der Boje hingegen, zumal wenn man das Unterwasserzeugs nicht kennt, ist das immer ein wenig wie ankern – hält das alles, schleift da nicht was?