Riss der SY Seraphian
SY-Seraphina

Aus Brindisi

Abgelegt unter: Allgemein — Lukas 30. November 2009 @ 10:31

Am 12. November von Brindisi ausgelaufen, stellten wir uns noch halb die Frage ob wir gleich einen längeren Schlag tun sollten, oder erst mal nur die 45 Meilen bis Otranto. Der Wind tagsüber war aber so schwach und wechselnd, daß wir doch für Otranto entschieden.
Beim Einlaufen in den Hafen, die Genua gerade am Einrollen, riß diese auf etwa drei Meter Länge entlang der Reparatur vom letzten Jahr. Somit war also mehr als eine Entscheidung getroffen.
die Suche nach einem passenden Platz im Gemeindehafen gestaltet sich einfach, denn der ganze Hafen ist voll. Die eine Hälfte beansprucht die hiesige Sektion der Lega Navale und der Rest ist in einer provinzialen Marina angelegt, welcher auch ein ausgedehntes Bojenfeld angehört. Alles in allem Glück, wir bekommen sofort einen Platz zugewiesen, es ist eng, und man hilft uns zwischen rein zu parkieren ohne dabei die benachbarten Plastikboote zu versenken.

Ein Segelmacher – der Einzige – wird ermittelt und einbestellt. Das heißt, er wird die 45 Kilometer hier her fahren, das Segel mitnehmen – am Samstagnachmittag – und es am darauf folgenden Nachmittag repariert wieder bringen. Und dafür wird er sich an uns schadlos halten, was ihm nicht nur das leicht überhöhte Salär sondern auch die öffentliche Beschimpfung von Sergio, dem Stegverwalter, vor all den Umstehenden einbringen wird.
Sergio, wie gesagt, verwaltet die Stege, steht schon morgens um halb Sieben da, hat immer etwas in Arbeit und das bis zum Dunkel werden. Hat aber auch immer Zeit, wenn man was will, soll es auch mal fünf Minuten dauern, weil er gerade seine Schlepphaken bestückt. Für Extras verweist er auf Dino, einem Hang-Around, der auf Anweisung wartet. Dino weiß wo es Gas gibt und fährt einen selbstverständlich mit seinem Auto dort hin. Daß die daran geknüpfte Verhandlung mit der Gashändlerin darin mündet, daß sie 50 Euro Kaution wegen fehlender Tauschflasche verlangt, macht ihn so wütend daß er mir bedeutet, „los, laß uns verschwinden, die ist ja krank im Kopf“. Er meint, „wir fahren ein Stück raus aus der Stadt, da weiß ich noch was“.
Nur fünf Kilometer außerhalb Otrantos kostet die Gasfüllung nicht nur vier Euro weniger, auch von Tauschflasche oder ersatzweise Kaution wird erst gar nicht geredet. Auf der Rückfahrt wird getankt, und daß ich ihm wenigstens was zum Sprit beisteuere, läßt er schon gar nicht zu.
Dino weiß auch einen passenden Internetladen, wo man mit dem eigenen Rechner ran kann (70 Cent/Std) und auch dorthin fährt er einen selbstredend mit seinem Auto.