Riss der SY Seraphian
SY-Seraphina

Sonntagmittag

Abgelegt unter: Allgemein — Lukas 16. November 2009 @ 09:32

An einem Sonntagmittag, mein bevorzugtes Lokal ist, gerade mal 13 Uhr 10, schon alles voll besetzt. Und keine Chance, auch eine Stunde später einen Platz zu bekommen. Es ist Sonntag, Familientag, somit ist man als Einzelgast ohnehin schon nicht so gerne gesehen.
Also ausweichen. Am Weg liegt das „Was-weiß-denn-ich del Pescatore“. Gut, das sieht schon gleich etwas fetter aus, aber das ist mir jetzt auch egal. Es ist Sonntagmittag, ich will etwas feines essen und somit ist mir jedes Restaurant, welches nicht gerade in der Stadtmitte liegt, recht.
Ich sollte nicht enttäuscht werden. Die Preise etwas höher, aber schon bei der Antipasti wird klar, daß die sich besondere Mühe beim Sud geben. Anderes weißes Brot wird außerdem serviert. Man hat im Norden keine Ahnung, wie viel verschiedene Sorten Weißbrot es gibt. All jene, die fast gleich aussehen – man muß sie schmecken, um den Unterschied, um vor allem die Verwendbarkeit heraus zu finden. Der Wein nicht so moussierend wie beim „dal Capitano“, aber er schmeckt wie jener bei uns zuhause – ein Bianco aus dem Salento eben.
Als vorhin der Kellner mit mir bei der Platzzuweisung am Tisch des Pescatore vorbei kamen, und dieser etwas verhalten zwar, „solo“ fragte – das Lokal war zu diesem Zeitpunkt echt noch leer und die dachten vielleicht, nach der Antipasti und eventuell noch einer Prima Piatti würde ich bestimmt wieder verschwinden.
Aber da hat dann doch der Wirt die Rechnung ohne den Gast gemacht. Als die Prima Piatti – Pasta mit Venusmuscheln und Kräutern – noch nicht ganz gegessen war verlangte ich schon nach der nächsten Flasche Wein und noch mal der Karte. Vor dem Dessert werdet ihr mich nicht los, ich hatte gerade einen Blick auf die Kuchentheke.
In dieser kurzen Zwischenzeit hat sich das komplette Lokal gefüllt. Da kam mal eben eine Familie rein, sah sich etwas um, sprach über die Sitzverteilung, und als alle eingelaufen waren, saßen da fast dreißig Leute. Dann noch ein paar Vierergruppen und das war’s dann.
Es kommt noch etwas gegrillter Fisch – auch hierbei darf man den Sud nicht außer acht lassen – exzellent auf einander abgestimmte Geschmacksnoten.
Bei der Bestellung des Kuchens bin ich schon leicht betrunken, aber nicht so, daß ich nicht unterscheiden könnte. Und doch, aufgrund meiner hervorragenden Kenntnis des italienischen vielleicht kommt dann der Fruchtkuchen mit, nicht anstatt des Sahnenußkuchens. Mir soll’s recht sein und der Kaffee Americano dazu paßt.
Okay! Betrunken, ein wenig, aber geraden Fußes zur Theke und bezahlen.