Wieder unterwegs
Nach einigen Tagen mit wenig Wind und annähernd glatter See, wenn man morgens aus der geschützten Bucht schaut und weit draußen ausgedehnte Schaumstreifen zu sehen sind, ist man fast versucht, eine Beschäftigung zu finden, noch einen Tag zu bleiben.
Was in dem Fall aber ein grobes Versäumnis wäre, der Wind ist nämlich moderat, mit 4 – 5, und auch noch mit fast 90 Grad
zum geplanten Kurs. Aber wo kommt nur diese Welle her? Ein bis zwei Meter – anfangs sind die zwei Meter noch selten, später aber, aus der Landabdeckung heraus, sind schon auch mal höhere dabei.
Um fünf Grad den Kurs ändern, damit sie mehr von schräg vorn kommen – so läßt sich das gut abreiten. Mein Haus, das schwimmt, und manchmal vollführt es Bocksprünge.
Alles gut, solange die Navigation paßt und die Orientierung nachvollziehbar bleibt. Doch die Wolken hängen tief, zuweilen verringern ausgedehnte Regenschleier die Sicht auf unter eine Meile.
Für alle Fälle habe ich nochmal ein GPS Gerät geliehen. Ein sehr altes Gerät, auch ein MAGELLAN wie mein stationäres, welches seine Arbeitstage mit der Suche nach Satelliten verbringt, um dann vielleicht (nicht jeden Tag) eine Position abzugeben, die dann allerdings etwa drei Meilen abseits der tatsächlichen liegen kann. Und auch ein MAGELLAN, wie mein nagelneues, portables. Heiß beworben – TRITON 1500 – es sei das Beste und Feinste vom Besten und Feinsten. Tatsächlich aber ist der TRITON 1500 noch nicht mal den Sauerstoff wert, der nötig, um den Namen auszusprechen.
Viele Stunden hat ein Freund in Lefkas mit seinem Rechner im Netz verbracht, um Software Updates und Verfeinerungen auf das Gerät zu laden, zu reparieren. Mit aller Mühe und Sorgfalt – das Ergebnis: zwei Stunden astreiner Betrieb und dann eine ausgeklappte Fehlermeldung mit der Aufforderung, man möge doch gefälligst der Programmverkäufer kontaktieren. Man stelle sich diesen Moment auf hoher See vor.
Nun, das geliehene Gerät tut es schon soweit, findet nach dem Einschalten innerhalb einer Stunde seine Position, welche dann auch recht exakt ist. Was den MAGELLAN Geräten aber allesamt zuwider zu sein scheint, ist Bewegung, also genau das, weswegen man sich ein auf Signalen von Satelliten beruhendes, weltweit funktionierendes Hilfsmittel zur exakten Navigation oder Ortsbestimmung anschafft. Also, solange man sich mit meinen Geräten still an einem Ort …., aber soll ich den geneigten Leser mit der Ausführung solcher Gedanken langweilen?
In besagtem Fall ist es also schon etwas Nerven aufreibend, sich mit Karte und Fernglas an einer Küste entlang zu hangeln, wenn die Okulare nur graue Suppe zeigen. Das wäre fast zum Mäuse melken, gäbe es nicht da noch, und das fordert jeden Steuermann immer wieder heraus, die Tiefenlinien der Karte. Sehr interessant an der Südostküste von Korfu, da die zehn Meter Linie bis zu zwei Meilen vor der Küste entlang läuft. Und dann sind da noch hingeworfene Steine – das Spiel der Götter.



