Riss der SY Seraphian
SY-Seraphina

Schwarze Räuber

Abgelegt unter: Allgemein — Lukas 24. Dezember 2008 @ 19:40

Mit verschieden farbigen Augen, meist eines davon hellblau und einen Blick drauf – zum Steine erweichen.
Am Rande des wilden Hafens von Mesalongi – ich bezeichne ihn mal als wild, obwohl einige Anstrengung unternommen wird, um genau diesen Eindruck zu vermeiden – dort, wo jeder tut was er will und jeder den anderen sein läßt, verwilderte Salzbrachen, Salzgräser, Wiesen, dort leben die wilden Hunde.
Zwei Rudel, nein, Banden sind da unterwegs. Hundebanden, wie Buben Banden bilden und um die Gärten ziehen. Gekläffe, Gebell laut und sehr Respekt erheischend, dabei treffen sie sich einfach dann und wann tagsüber, ziehen aneinander vorbei. Es ist ein beschauliches, sinnliches Hundebandenleben. Zu essen gibt es genug, man muß nicht darum kämpfen. Keiner hat ernstliche Verletzungen oder Kampfspuren. Man zieht eben umher, täuscht Gefährlichkeiten vor. Lagern unter Büschen, am Wegrand, lümmeln  sich an Baumstämme.
Einige sondern sich ab, in verschiedene Richtungen, haben Nachwuchs und erinnern sich an Rudelleben. Ein wenig mißtrauisch die Alten, haben die Jungen keinerlei Berührungsangst, suchen geradezu, erforschen Kontakt. Tapsen um den Zweibeiner, verdrehen ihre Köpfe nach oben. Kann eigentlich irgend jemand jungen Hunden widerstehen? Nein, jungen Hunden rennt man hinterher, man wird erlegt von ihnen, wirft sich hin, begreift, begrabscht und zauselt das weiche Hundekinderfell, während sie siegesbewußt auf einem turnen, beschnüffeln und die Ohren lecken.
Man wird erlegt von jungen Hunden, oder gibt den Harten, schüttelt sich den Staub aus der Hose und zupft die Halme vom Pullover. Setzt eiligen, festen Schrittes seinen Weg fort, auch was vortäuschend, ein fernes dringendes Ziel.
Wenn abends dann die Sonne vom winterklaren Himmel getaucht, noch kaum die Dunkelheit erfüllt, kommt noch so eine Erinnerung vom frühen Leben – sie heulen, singen gemeinsam ihr Lied in die Nacht.