Wieder auf der Werft
Was gibt es für neue Bilder? Keine neuen Bilder, oder eine ganze Menge, aber es sind auch alte Bilder. An manchen der letzten Tage glaubte ich mich wieder am Anfang und das will bestimmt keiner sehen. Oder ich will es nicht herzeigen.
Es fing mit dem Leck auf Rhodos an, welches ein weiteres zu Tage brachte. Die anschließende Notreparatur brachte erst mal etwas Ruhe in dieser Sache. Zurück in der Marmaris Yacht Marina entbehrte es nicht einer gewissen Komik, als ich im Büro meinen Wunsch nach raus heben vorbrachte, daß man einen Termin im März vereinbaren wollte. „Jetzt ist das vollkommen unmöglich, wenn sie nicht im Sommer schon einen Termin gemacht haben“.
„Ähh, tschuldigung, da ist ein Leck im Rumpf. Das muß schnellstens repariert werden“.
„Das verstehe ich schon, aber sehen sie, wir haben so viele Vorbestellungen, … also im März würde uns das viel besser rein passen“.
Nun also doch, das Boot ist inzwischen an Land, die Arbeiten begonnen und: weiß jemand, wie das ist, wenn man erst einmal einen Arzt aufsucht, der findet auf jeden Fall und immer was. Am Sonntag war es ein Gang durch das Fegefeuer – da glaubte ich doch, den letzten Winter mit wirklich aller Sorgfalt vorgegangen zu sein – am Mittag war die Trennscheibe auf der Flex. Stück raus aus dem Rumpf und nach einem geeigneten Ersatz gesucht. Der Schnitt tat weh, im Hirn, nicht im Herzen. Drüben bei der Werfthalle wo sie den Katamaran gebaut haben, fand sich passendes Material. Da hat mir dann der Türke noch das Blech geschenkt und auch zurechtgeschnitten, „Paßt schon, nimm mal mit, das geht schon in Ordnung. Wenn Du sonst was brauchst, komm ruhig.“
Und weil ich so schön am finden und schneiden war, fand sich gleich noch ein verstecktes Leck – noch ein Blech. Und es war gut so, und es tat auch gut, die Elektroden rein zu braten und zu wissen, das hält, das ist fest und gut, da darf auch mal was dran donnern. Blieb dann aber auch noch, den ganzen Unterwasserbereich abzuschleifen. Dreizehn Meter mal, im Schnitt, einsfuffzig mal zwei Seiten, Kiel und Ruder noch dazu. Eine Arbeit für Straftäter, oder vielleicht gehirngeschädigte Bodybuilder, mit der großen Flex, überkopf Strich über Stich von vorne bis hinten und umgekehrt und rauf und runter. Rot, Blau, Grün, Schwarz, so waren die Schichten und das, von der Schleifscheibe in feine Dreckpartikel zerhackt zentimeterdick auf schwitzender Haut, in den Haaren, um und auf der Schutzbrille, dem Mundschutz.
Also, jede Menge Bilder. Aber wer soll die knipsen.



