Na da bin ich …
…wieder. Das Lotterleben des Sommers hat ein Ende. Wenngleich ganz untätig war ich ja nicht. Aus den ursprünglich angesagten sechs Wochen wurden gesammelt dann doch neun Wochen bezahlte Arbeit.
Nach sechs Wochen Tournee habe ich noch ein kleines Häuschen gebaut, – is ja auch was. Und schließlich, der Flieger stand schon fast bereit, noch für drei extra Wochen in die Ukraine nach Kharkov. Wollte mal sehen, was am Ende der Autobahn noch kommt. Es sind noch etwa 1500 km Landstraße, die Autobahn endet nämlich schon kurz hinter Krakau. Einmal die E 40 ganz durch, die endet in Kharkov. Wer der mitteleuropäischen Autobahnen müde ist, oder über deren Qualitäten zuweilen die Nase rümpft, der darf sich ruhig mal den östlichen Teil der E 40 geben. Die ist zwar auch stellenweise mit „M 06“ bezeichnet, was aber nicht heißt, daß man darüber keine Kühe treiben darf. Was aussieht wie asphaltierter Feldweg, oder Baustellenzufahrt und trotzdem Überlandstraße ist, darauf darf man alles – sehen allerdings die uniformierten Wegelagerer ganz anders. Ein höllen Geld hätten wir vermutlich auf der Straße gelassen, ohne die bewaffnete, uns begleitende Miliz. Irgendwann wird das sicher auch eine propere Autobahn, die Arbeit daran wird heftig betrieben.
Das Land mit der größten Dichte an geländegängigen Fahrzeugen ist jedenfalls – eigentlich verwunderlich – nicht die Ukraine, sondern hat die besten Straßen der Welt und so gut wie keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Deshalb sind auch viele der dort bewegten vierradgetriebenen Fahrzeuge tiefer gelegt und verfügen über Reifen, breit wie Teppichläufer. Damit sind dann auch gepflegte 250 km/h auf der Deggendorfer Autobahn drin. Welches Land das ist? Nein, diesmal kein Gewinnspiel, weiß ja ohnehin jeder. Das letzte Gewinnspiel habe ich übrigens selbst gewonnen.
Und was hat das alles mit SERAPHINA zu tun? Eigentlich nur, oder vor allem, daß ich dafür den geplanten Flug umbuchen mußte, da der Termin nicht zu halten war. Zurück zum Boot, die Baustelle SERAPHINA. Deren Maschine immer noch nicht eingebaut ist – waren ja nur sieben Monate Zeit – aus deren Schaltschrank immer noch mehr Kabelenden zu quellen scheinen, deren Geräte eines nach dem anderen zu schwächeln scheinen.
Baustelle SERAPHINA
Da bin ich also wieder. Das Herzstück, dessentwegen ich vergangenen Sommer arbeiten ging, steht betriebsfertig in Mehmets Werkstatt, läuft auch sauber wie ein Uhrwerk, ist aber eben nicht eingebaut. Allerhand Gründe dafür wurden vorgebracht, aber was hilft denn das, es war anders ausgemacht. Aber sobald man aus dem Haus ist, machen die Buben eben was sie wollen. Ich werde mich damit abfinden, nun nochmal zwei Tage Leute an Bord zu haben, die ich nicht sehen will. Alles übrige wird eben bis dahin und danach dann wieder gemacht.
Montagmorgen
Seit einer Woche wieder am Werk und seit gestern Mittag am Liftbecken. Was samstags nicht mehr zu organisieren war – Verlegung am Montagmorgen – plötzlich lagen die Schubbserjungs mit ihrem Schlauchboot an meiner Seite und meinten „Mach los, wir hätten jetzt gerade Zeit“. Nichts lieber als das und danach sofort Mehmet anrufen und versuchen, ihm Beine zu machen.



