Pause
Nun ist erst mal wieder Schluß, oder wenigstens so was wie Pause. Bin es überdrüssig, hier zu sein, all den Dreck und die nicht erledigten Arbeiten zu sehen. Zwar habe ich hier auf dem absoluten Außenponton wirklich Ruhe und werde von den Foagies nicht belästigt (der Weg ist einfach zu weit, für mal eben vorbei zu gehen und schlau zu schwatzen), aber ich brauche ganz einfach Abstand. Abstand von Marmaris, vom Boot, von all dem Drumherum – bin müde habe keine geraden Gedanken mehr für was ist richtig und notwendig, und was nicht.
Es braucht zwar auch diese Momente um einen Strich zu ziehen, Ordnung zu machen, aufzuräumen. Wenn einfach nichts mehr geht, der nur-noch-weg-Gedanke übermächtig, und doch zu wissen: ohne Segel (noch bei der Reparatur), und ohne Motor (eigenartig, wieviel doch auf einem Segelboot der Motor doch Herz ist und diese Energie nimmt) geht erst mal gar nichts.
Zweieinhalb Tage in Bayern verbringen, einmal ausschlafen und noch ausgiebig in unserem Möbellager wühlen. Ab Mittwoch aber ist die Pause perfekt und ich bin für die nächsten drei Wochen hier zu erreichen. Wobei erreichen etwas leichtfertig dahin gesagt ist, denn, ich würde ja schon rangehen, aber die D2 Masten sind wohl auf der Strecke zwischen 64°36′53”W, 32°14′26”N und 25°17′12”W, 37°35′20”N eher selten gestellt sein dürften. SERAPHINA bleibt derweil in der Obhut der Yacht Marine. Jetzt, da ich weiß, daß ich gar nicht am Russensteg liege, denn nur der (wahrscheinlich Waffenschein pflichtige) Trimaran aus Odessa, aber die beiden vermeintlichen Russen, deren Sprache ich nie zuvor wirklich vernommen, welche aber so eine schöne Melodie hat – der eine davon, Slavio, ist Kroate und der andere, ein alter Mann, kroatisch sprechender Pole, kann ich dann ja gehen. Eine nette Gesellschaft hatten wir schon, da draußen auf dem verwaisten Steg.



