Berechtigungsunterlagen
Am 17. Januar wäre das Transitlog abgelaufen. Aber das war gestern. Heute, am 18. habe ich wieder dran gedacht. Also habe ich mich aufgemacht, diesmal den Behördengang selbst zu machen. Die 400 Euro, die der Angestellte der Marmaris Yacht Marina letztes Jahr für das abgelaufenene Log genommen hat, waren einfach zu viel. Der hat es mit seinen Betrügereien einfach übertrieben.
Trotz nahender Mittagszeit bin ich aufgebrochen – die Arbeit lag weiter brach – und schlimmsten-falls müßte ich eine Stunde in der Stadt verbummeln. Aber siehe da, den Hafenkapitän erwischte ich gerade noch vor seiner Tischzeit, die Stempel gab er, da seine Freunde schon draußen warteten, innerhalb einer Minute, vergaß aber auch nicht, noch zehn Lira einzufordern.
Dann die zwei Kilometer raus zum Fährhafen, wo Zoll und Passport Police sich befinden. Auch da, „Problem yok“, keine Mittagszeit. Der Polizist schien eher erfreut, denn es war so gar nichts los dort und der Zollbeamte danach, der mir noch sein Buch zeigte, in dem er für die Fahrprüfung büffelt, war auch ganz dankbar für die Abwechslung. Daß ich einen Tag nach Termin erschien quittierte er mit „one day, one Lira“. Aber ich sagte ihm, daß ich eben sehr beschäftigt gewesen sei und somit den Tag nicht einhalten konnte.
„Schon recht, kann mal passieren.“
Wenn ich die eine Lira hochrechne mit den sechzig Tagen, die ich letztes Jahr zu spät war, und weiterhin zwanzig Lira ansetze, für die Bemühung in die Stadt zu fahren und diesen Gang zu erledigen, so hat mich dieser Angestellte aus dem Hinterzimmer um fast 353 Euro betrogen. Und auch das Jahr vorher mit den Ungereimtheiten zwischen Zollverschluß und anschließender Ver- längerung des Transitlogs, auch da hat er sich schon schadlos gehalten. Natürlich immer ohne Quittung und mit der Bitte, doch vorn im Büro nichts davon zu erwähnen. Wenn sie gefragt werden – mein Freund – sagen sie nur, ich hätte sie beraten.“



