Riss der SY Seraphian
SY-Seraphina

Na also

Abgelegt unter: Allgemein — Lukas 17. April 2007 @ 07:45

16. April. So konkret der Eindruck war, als die ersten Fenster raus flogen, so konkret und beeindruckend ist es jetzt, da die letzten neuen Scheiben eingeklebt werden. Es ist nicht mehr die offene, zugige Ruine, sondern schon wieder fast einefrontfenst02.JPG verschließbare Baustelle – zwei Kabinen auch wieder wohnlich eingerichtet.
Die Geräusche von draußen knallen nicht mehr direkt an’s Ohr, es klingt gedämpft, schon wieder etwas weiter weg – wohnen in der Eierschale.
Ab jetzt geht alles wieder in Richtung fertig werden. Das soll nicht darüber hinweg täuschen, daß da dsc06467.JPGimmer noch 111 Kleinigkeiten sind, die erledigt werden wollen – täglich welche abgearbeitet, mehren sie sich auf unerklärliche Weise – doch ab jetzt sieht es nicht mehr wie Abriss oder sezieren aus, sondern der Eindruck von komplettieren entsteht. Mehr und mehr verschwinden Dinge, die am Boden um das Boot herum gelagert waren und auf Deck liegt auch zunehmend weniger (was für eine Formulierung) herum.
Na denn Prost erstmal.

Anfang vom Lied …

Abgelegt unter: Allgemein — Lukas 12. April 2007 @ 21:40

…oder Gesang; auf jeden Fall das Ende der wilden Bauzeit ohne Limit.

Gestern noch geschliffen, heute habe ich geputzt
und morgen hol ich mir der Schwiegermutter ihr Kind.
kutsche.JPG Gut daß niemand weiß, daß ich …, nein, nein, der nicht, ich bin der schöne Prinz und besorg mir eine Kutsche und jede Menge weiteren Zaubertrank für die Fahrt ins heimatliche Königreich. Für alle Fälle schmeiß ich noch ‘ne Kettensäge mit ‘nem 56er Schwert für evtentuelles Dornengestrüpp und Gezäun, das den Tower …, in den Kofferraum damit.
.

Long time no see …

Abgelegt unter: Allgemein — Lukas 11. April 2007 @ 23:52

Was ist nun seither geschehen?
Der Bürgermeister von Marmaris ließ die Mauer einreißen.
Bilgin, der Betreiber der Yacht Marina Marmaris hat, weil es sinnvoll ist und er das notwendige Kleingeld hat, eine zwei Kilometer lange Schutzmauer entlang der Straße an der Yalanci Bogaz ziehen lassen. mauerf01.JPGWährend der häufigen starken Regen und der Südstürme in den Wintern wurde immer wieder die Straße überflutet und mit Geröll und Treibgut überschüttet. Obwohl öffentliche Straße, für das Freiräumen danach fand sich bei der Gemeinde nie jemand so recht zuständig. Betroffen waren regelmäßig etwa eintausend ganzjährige Gäste und örtliche Arbeiter auf dem Marinagelände. Also faßte sich Bilgin an den Beutel und ließ über Monate hinweg das Ufer mit riesigen Findlingen anschütten und schließlich auf Straßenniveau eine Abschlußmauer hochziehen, welche den feineren Auswurf noch abhalten sollte. Vergessen dabei hatte er nur, eine Baugenehmigung dafür einzuholen. Die Mauer stand nun ein knappes dreiviertel Jahr, tat über den Winter was sie tun sollte, bis sich der Bürgermeister von Marmaris dachte: …. mal wieder zeigen, wer hier der Herr im Hause ist.
Die Mauer wurde also eingerissen – von der Gemeinde dsc06247.JPGunter militärischer Bewachung – und die Bewachung hatte auch ihren Grund. Drei Tage vorher hatten sich ein paar Dutzend Dauerlieger der Marina entblödet und eine Sitzdemo auf der Mauer, Samstagmittag, war eh nichts anderes zu tun, veranstaltet.
Tatsächlich hat mich abends ein Ire gefragt, warum ich nicht dabei gewesen wäre. Natürlich wußte ich erstens nichts von dem Vorhaben, und zweitens hatte ich selbstverständlich all meine Aufmerksamkeit auf SERAPHINA.
Geantwortet aber habe ich ihm, daß ich mich genau in einem Land, in dem es ohnehin keine Menschenrechte gibt als Ausländer mit den Behörden anlegen würde. Und schon gar nicht, wenn ich nicht weiß, worum es wirklich geht. Die Dicken machen nämlich hin und wieder Sandkastenspiele.
„Wie, keine Menschenrechte, wie meinst ‘n das?“

Und was habe ich eigentlich seither gemacht?

Der Ankerkasten ist rostfrei inzwischen, hat einen neuen Zugang und Deckel. Die Ankerwinsch allerdings tanzt täglich hin und her, weil sich keine rechte Position finden will.
Im Cockpit entstanden Winschpodestrückenlehnschwalbennester, und sind nun auch fertig. Parallell dazu wurden die alten Winschglocken in Izmir erneuert und hübsch gemacht. Immer wieder eine dünne Schicht Grundierung, die rotbraune Farbe dsc06209.JPGder Rostschutzgrundierung nimmt inzwischen so viel Fläche, daß sie sich schon Raum im Gemüt sucht.
Immer wieder Bilge natürlich – streichen, die einzelnen Gefache (es sind viele).newcockp04.JPG
Und obwohl ich mich schon seit einiger Zeit drum herum drücke, die Fenster waren endlich dran. Plexi bestellen (die Entscheidung für diese Scheibenfarbe dingfest und gültig machen), weitere Luken rausreißen und vorbereiten, und schließlich die Frontscheiben im Decksaufbau raus reißen, die Ausschnitte neu festlegen (das hatte vor 25 Jahren niemand richtig beachtet und somit war’s einfach falsch, die ganze Zeit). Reaktion eines Passanten: „Was willst Du da rumschneiden, die sind doch genau richtig, paßt ganz genau in die Linie?“ Die neuen Ausschnitte waren schon.
Ein arbeitsfreier Samstag (125 Liter Regen/qm/5 min) war auch.

dsc06233.JPGUnd zwischendurch noch ein bißchen Südsturm, nur so ein klein wenig um zu zeigen, daß man noch kann wenn’s beliebt. Nichts großes, wie gesagt, aber doch kommt dann schon mal so eine Woge durch das Haltestellenhäuschen.

Ich fühle mich zeitweise schon, als wäre ich nahezu fertig, dabei halten mich die 111 Kleinigkeiten noch auf Trab.dsc06411.JPG Aber es kam auch schon mal Nachricht aus Belgien mit neuen Tourdaten. Kribbelig – beende schon gedanklich die erste Bauzeit. Es lockt schon wieder das Team und ein Lastwagen, Zeit auf Europas Straßen.
Langsam, langsam, erst mal sind wir ja noch hier und ich fühle Glück und Frohsinn mit meinen 13 Tonnen wunderbarem Stahl. Kann man einen Blecheimer lieben? Wenn ja, so muß er wohl zwangsläufig Formen eines Bootes aufweisen. Anyway, Van Morrison „ … in San Francisco“ erklärt wie es geht und Anadolu EFES bereitet einen Weg.
Es ist aber nun doch schon wirklich viel geschehen, viel mehr, als ich gehofft habe und viel viel mehr als wissende Stimmen hier im Umkreis prophezeit haben. All die Schlauschwätzer waren ohnehin sehr schnell sehr still und verlegten sich darauf, da sie sich berufen fühlen, mich technisch und auch gestalterisch zu beraten. Freilich auch wieder ungefragt.

blut03.JPGUnd ansonsten bin ich richtig froh, daß bisher alles, trotz gelegentlicher Ungemach, ohne größere Verletzungen abging. Von ein paar Verbrennungen, Abschürfungen und mittleren Platzwunden mal abgesehen.

Manchmal …

Abgelegt unter: Allgemein — Lukas 4. April 2007 @ 20:21

dsc06245.JPGich brauche das einfach, es sieht so aus – einfach damit ich weiß, wozu diese ganze Arbeit, die manchmal: Blicke an die Wand und keine Idee wie weiter. Diesen Anblick um zu wissen warum, was danach, die Belohnung. Das Meer, der Himmel und 360 Grad Horizont, für Tage, für Wochen. Sehnsucht.