…. how are you?
Meine Hände schmerzen, sind rauh, rissig und hart wie nie zuvor in meinem Arbeitsleben – wund an Schnitten, Schürfungen und Brandverletzungen. Im Moment dürfte ich keine Frau anfassen, zerreißen würde sie an meinen Händen wie Pergamentpapier.
Und doch bin ich so glücklich wie selten zuvor. Es füllt mich aus, fordert mich – und auch heraus, täglich. Ich arbeite von früh morgens bis Sonnenuntergang, täglich. Ich bin fit, vielleicht war ich nie (oder lange nicht) in besserer Verfassung. All die kleinen nervigen Schmerzen, die Verspannungen, verschwunden. Ich bin stark und zäh, muskulös auf der ganzen Länge, schwungvoll und geschmeidig wie Pan mit der Flöte. Vielleicht sollte Mann wirklich, wenn er gesunden und den Kopf auf Vordermann bringen will, sich ein Boot besorgen und daran arbeiten. Außerdem ist Eisen immer gut für den Organismus.
Und auf der Baustelle: Jeden Tag ein Stück weiter, manchmal unbefriedigend, weil ich mir mehr vorgestellt habe, am Abend zu betrachten, aber immerhin. Habe ich schon mal diese 111 Kleinigkeiten erwähnt? Der Bug ist endlich auch wieder vom Deck her zu, das Schanzkleid umlaufend und mit Kantenschutzrand fertiggestellt. Noch nicht zu sehen: Die Rollen für die Ankerkette. Ilhan hat mir gestern beim Bier über die Bar hinweg signalisiert, die Rollen seien fertig. Und er hat sich auch mit dem Preis mal richtig angestrengt.
Cockpitsüll macht sich. Zwei versenkte Winschpodeste je Seite haben mir schon etwas Lob bei den tourisierenden Stegseglern eingebracht. Ich bin immer noch im Rennen und schmeiß mit meiner Energie um mich. Muddy Waters (wanna say Hi to Gondola) trinke ich und höre dabei Morrisons CD, “A Night In San Francisco”, seit einer Woche jeden Abend (ein Graus für jeden Verbrauchergewohnheitenherausfinder). Lob hin oder her, die Winschpodeste, die eigentlich Teil des Cockpitsülls sind und somit auch Rückenlehnen mit eingebauten Schwalbennestern – das mußte wohl sein, ich wollte es einfach mal wieder wissen.
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