Hausaufgaben
Von Anfang an war ich stets unruhig, so unruhig, wie das früher immer der Fall war, wenn ich auf eine Schularbeit nicht gelernt hatte, oder auch nur die Hausaufgaben nicht gemacht hatte. Es gab ja einen engen Zeitplan – von mir erstellt – und dabei eine nicht näher definierte Menge an Arbeiten. Es hört sich einfach an, wenn gesagt wird: wir müssen das Boot noch streichen und auch noch ein paar kleinere Arbeiten erledigen, und dann kann der Kahn eigentlich ins Wasser. Dabei blieb unerwähnt, daß ja noch eine Sprayhood zu fertigen ist, und die nicht näher bezeichneten „kleineren Arbeiten“ nahmen bald Ähnlichkeit mit Hefeteig an.
Da schon anfangs seitens der Marinaleitung erwähnt wurde, daß das Boot wohl noch mal umgestellt werden müsse, traute ich mich erst mal nicht an die Sprayhood. Es war zu erwarten, daß jene Arbeit eher schon ein ganzer Abschnitt werden würde, was sich später auch tatsächlich als solcher rausstellte. Und um so mehr loses Material würde auf und um die Baustelle herum liegen.
Ein ganz heißes Thema waren die auf den ersten Blick unscheinbar wirkenden Luken. Neue Scheiben hatte ich ja zuletzt im Frühjahr noch eingesetzt. Aber da waren bei fast allen noch – unter der Innenverkleidung versteckt – Aluminiumrahmen eingeschraubt, um eben die Innenverkleidung daran zu befestigen. Diese Aluminiumrahmen waren tatsächlich und satt – jenen, mit der elektrischen Spannungsreihe Vertrauten, werden sich spätestens jetzt die Nackenhaare aufstellen – ohne jegliche elektrolytische Trennung mit den Stahlrahmen der Decksdurchdringung verschraubt. Bei zweien hatte ich Glück – sie mußten nur behandelt werden – aber die anderen fünf mußten rausgetrennt und erneuert werden. Das bedeutete: oben herum frei räumen, aber nach innen mittels Sperrholz und Folien möglichst dicht verschalken, damit die Innenräume nicht gleich wieder wie Müllhaufen aussähen.
Aber es lief zügig, parallel dazu wurden die alten gammeligen Lukenrahmen abgeschliffen und neu gestrichen, und das trockene Wetter hielt wirklich bis die letzte Schraube des letzten Rahmens angezogen war. Aber auch wirklich nur genau so lange. Es folgten wieder mehrere Tage Feucht. Das Material für die feste Sprayhood war schon gekauft und vorbehandelt – es mußte nun warten, verarbeitet zu werden. Ich auch – warten.
Beim ersten schönen Wetter, ein paar Tage später begann ich zeitig am Morgen mit der Arbeit an der Sprayhood. Man hätte darauf wetten können, kurz vor Mittag kam die Anweisung zum Standortwechsel. Also, unten alles zusammen räumen, frei machen ringsum, damit die Leute versetzen können. Das Boot wurde hin und her bewegt, betrachtet, hier hin und dorthin probiert, beratschlagt. Nach vier Stunden war die Aktion beendet – das Boot befand sich danach am exakt gleichen Ort, um neunzig Grad gedreht.
Die Idee mit der festen Sprayhood entstand vor allem aus dem Grund, im Dach derselben mindesten drei Solarzellen zur Stromerzeugung unterzubringen. Diese Bauteile haben ein bestimmtes Maß, daran läßt sich nichts biegen oder schnipfeln. Und das war es auch was mir mehrere Tage Bauchweh verursachte. Einerseits bastelt man an einem recht sportlichen Riß herum und möchte diesen auch möglichst erhalten, andererseits soll dieses neue Element die erwähnten Zellen beherbergen und aber auch einen gewissen Schutz im Cockpit bieten – sinnvoll.
Nun ist das Ding fertig, es funktioniert, aber ich gerate beim Anblick nicht gerade aus dem Häuschen. Die sportliche Linie des ganzen Bootes leidet mit Sicherheit etwas darunter, was meine Gattin bestreitet, die Unterbringung der Photovoltaik-Zellen hingegen ist perfekt gelungen. Sprayhood? na ja, was auch immer damit gemeint sei, so gleicht dieser etwas fremdartige Aufsatz eher dem, was der Wiener ein Fiakerhaisl bezeichnen würde. Und das wäre dann eine Reminiszenz an die österreichischen Wurzeln meiner Frau Gemahlin.
Ich denke, ich kann mit der Lösung erst mal leben. Für die Verbesserung dieses und anderer möglicherweise nicht so gelungener Dinge hat sich bereits ein geflügelter Spruch heraus gebildet: „Das hebe ich mir auf für Brasilien“. In Brasilien brauche ich ja sicher auch was zu tun, in der Zeit, da ich nicht des Geldes wegen in Europa weile. Brasilien wird für vieles herhalten müssen, aber genauso bin ich mir auch sicher, dort wieder eine wunderbare Werft für uns zu finden.
Zero
Ohne Bilder, ohne Bewußtheit, blind und taub. Taub vor allem in den Armen. Eine Periode ist vorbei, oder geschafft – keine Ahnung. Vielleicht ist viel geschehen, darüber aber denke ich die nächsten Tage nach.
Und dann gibt es auch wieder genauere Berichte und aktuelle Fotos.
Na Hallo …
Seit Ende November sind wir (diesmal beide) wieder angetreten. Angetreten, fertig zu machen, die noch hauptsächlichen Arbeiten um schließlich zurück ins Wasser zu kommen. Ich hatte einen Launching Termin festgelegt, der außer mir so niemand gefallen wollte. Den 15. Dezember hatte ich ausgesucht, vier Tage vor dem gebuchten Rückflug. Und das war auch der einzige Grund, warum ich ausgerechnet diesen Tag ausgesucht hatte. Vernünftigen Grund dafür gab es ansonsten dafür überhaupt keinen, und von Anfang an schwirrte mir der Bauch – zu vieles stand an. An sich nur zwei größere Posten und ansonsten die schon früher erwähnten einhundertelf Kleinigkeiten. Genug, um morgens um Fünf zu erwachen und darauf zu warten, daß es endlich hell wird.
Faul waren wir jedenfalls nicht, das ist ein Fakt, hatten alle Hände voll zu tun und einiges zu klären, da es der Marinaleitung gefiel, unser Boot ab und zu umzustellen. Gründe dafür gab es wohl und die wurden auch genannt, genauso wie der Termin, nämlich immer „jetzt“. Daß dadurch dann immer gleich ein ganzer Tag verloren wurde, spielte auch nur für uns eine Rolle.
Fakt ist aber auch, daß eben der Winter beginnt, was immer wieder starke Winde und Regen bedeutet. Wäre ich nicht so ein überaus geduldiger Mensch, ich könnte die Wände hoch gehen.
Einmotten für den Sommer
Die größten und schweren Arbeiten sind gemacht, alle aufgerissenen Löcher wieder verschlossen und selbst die neuen Fensterscheiben halten alle dicht.
Man hätte es bringen können, in einer Hau Ruck Aktion den ganzen Kahn abzuschleifen und über- wie unter Wasser neu zu streichen. Aber wozu? Das Boot stünde dann vier Monate einfach so rum. Außerdem gibt es da so ein paar weitere Ideen, über diese auszuarbeiten ich mich jetzt schon freue. Das bedeutet auch, daß ich im kommenden Herbst noch mal ein paar Wochen Stahlbau betreiben werde. Verbesserungen und Erweiterungen, wie auch die Verstärkungen für mögliche Fahrten ins Eis sind auch noch drin. Am Rigg ist ebenfalls noch einiger Spielraum zum tüfteln.
Wie vielleicht andere ihr Boot für den Winter einmotten, so mache ich gleiches für den Sommer und so verlasse ich die Marmaris-Stegsegler-Karaoke-Bucht. Vier Monate sind auch wirklich genug und ich möchte schon auch wieder mal normale Irre um mich haben. Dazu bietet sich beste Gelegenheit auf Tournee. Na dann bis dann!
PS. Vielleicht gibt es ja den Sommer über auch ein wenig zu berichten, wenngleich der Skipper mit dem Planwagen und einem 480 Pferde Gespann zum Zweck der Volksbelustigung unterwegs sein wird.
Na also
16. April. So konkret der Eindruck war, als die ersten Fenster raus flogen, so konkret und beeindruckend ist es jetzt, da die letzten neuen Scheiben eingeklebt werden. Es ist nicht mehr die offene, zugige Ruine, sondern schon wieder fast eine verschließbare Baustelle – zwei Kabinen auch wieder wohnlich eingerichtet.
Die Geräusche von draußen knallen nicht mehr direkt an’s Ohr, es klingt gedämpft, schon wieder etwas weiter weg – wohnen in der Eierschale.
Ab jetzt geht alles wieder in Richtung fertig werden. Das soll nicht darüber hinweg täuschen, daß da immer noch 111 Kleinigkeiten sind, die erledigt werden wollen – täglich welche abgearbeitet, mehren sie sich auf unerklärliche Weise – doch ab jetzt sieht es nicht mehr wie Abriss oder sezieren aus, sondern der Eindruck von komplettieren entsteht. Mehr und mehr verschwinden Dinge, die am Boden um das Boot herum gelagert waren und auf Deck liegt auch zunehmend weniger (was für eine Formulierung) herum.
Na denn Prost erstmal.
Anfang vom Lied …
…oder Gesang; auf jeden Fall das Ende der wilden Bauzeit ohne Limit.
Gestern noch geschliffen, heute habe ich geputzt
und morgen hol ich mir der Schwiegermutter ihr Kind.
Gut daß niemand weiß, daß ich …, nein, nein, der nicht, ich bin der schöne Prinz und besorg mir eine Kutsche und jede Menge weiteren Zaubertrank für die Fahrt ins heimatliche Königreich. Für alle Fälle schmeiß ich noch ‘ne Kettensäge mit ‘nem 56er Schwert für evtentuelles Dornengestrüpp und Gezäun, das den Tower …, in den Kofferraum damit.
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Long time no see …
Was ist nun seither geschehen?
Der Bürgermeister von Marmaris ließ die Mauer einreißen.
Bilgin, der Betreiber der Yacht Marina Marmaris hat, weil es sinnvoll ist und er das notwendige Kleingeld hat, eine zwei Kilometer lange Schutzmauer entlang der Straße an der Yalanci Bogaz ziehen lassen. Während der häufigen starken Regen und der Südstürme in den Wintern wurde immer wieder die Straße überflutet und mit Geröll und Treibgut überschüttet. Obwohl öffentliche Straße, für das Freiräumen danach fand sich bei der Gemeinde nie jemand so recht zuständig. Betroffen waren regelmäßig etwa eintausend ganzjährige Gäste und örtliche Arbeiter auf dem Marinagelände. Also faßte sich Bilgin an den Beutel und ließ über Monate hinweg das Ufer mit riesigen Findlingen anschütten und schließlich auf Straßenniveau eine Abschlußmauer hochziehen, welche den feineren Auswurf noch abhalten sollte. Vergessen dabei hatte er nur, eine Baugenehmigung dafür einzuholen. Die Mauer stand nun ein knappes dreiviertel Jahr, tat über den Winter was sie tun sollte, bis sich der Bürgermeister von Marmaris dachte: …. mal wieder zeigen, wer hier der Herr im Hause ist.
Die Mauer wurde also eingerissen – von der Gemeinde unter militärischer Bewachung – und die Bewachung hatte auch ihren Grund. Drei Tage vorher hatten sich ein paar Dutzend Dauerlieger der Marina entblödet und eine Sitzdemo auf der Mauer, Samstagmittag, war eh nichts anderes zu tun, veranstaltet.
Tatsächlich hat mich abends ein Ire gefragt, warum ich nicht dabei gewesen wäre. Natürlich wußte ich erstens nichts von dem Vorhaben, und zweitens hatte ich selbstverständlich all meine Aufmerksamkeit auf SERAPHINA.
Geantwortet aber habe ich ihm, daß ich mich genau in einem Land, in dem es ohnehin keine Menschenrechte gibt als Ausländer mit den Behörden anlegen würde. Und schon gar nicht, wenn ich nicht weiß, worum es wirklich geht. Die Dicken machen nämlich hin und wieder Sandkastenspiele.
„Wie, keine Menschenrechte, wie meinst ‘n das?“
Und was habe ich eigentlich seither gemacht?
Der Ankerkasten ist rostfrei inzwischen, hat einen neuen Zugang und Deckel. Die Ankerwinsch allerdings tanzt täglich hin und her, weil sich keine rechte Position finden will.
Im Cockpit entstanden Winschpodestrückenlehnschwalbennester, und sind nun auch fertig. Parallell dazu wurden die alten Winschglocken in Izmir erneuert und hübsch gemacht. Immer wieder eine dünne Schicht Grundierung, die rotbraune Farbe der Rostschutzgrundierung nimmt inzwischen so viel Fläche, daß sie sich schon Raum im Gemüt sucht.
Immer wieder Bilge natürlich – streichen, die einzelnen Gefache (es sind viele).
Und obwohl ich mich schon seit einiger Zeit drum herum drücke, die Fenster waren endlich dran. Plexi bestellen (die Entscheidung für diese Scheibenfarbe dingfest und gültig machen), weitere Luken rausreißen und vorbereiten, und schließlich die Frontscheiben im Decksaufbau raus reißen, die Ausschnitte neu festlegen (das hatte vor 25 Jahren niemand richtig beachtet und somit war’s einfach falsch, die ganze Zeit). Reaktion eines Passanten: „Was willst Du da rumschneiden, die sind doch genau richtig, paßt ganz genau in die Linie?“ Die neuen Ausschnitte waren schon.
Ein arbeitsfreier Samstag (125 Liter Regen/qm/5 min) war auch.
Und zwischendurch noch ein bißchen Südsturm, nur so ein klein wenig um zu zeigen, daß man noch kann wenn’s beliebt. Nichts großes, wie gesagt, aber doch kommt dann schon mal so eine Woge durch das Haltestellenhäuschen.
Ich fühle mich zeitweise schon, als wäre ich nahezu fertig, dabei halten mich die 111 Kleinigkeiten noch auf Trab. Aber es kam auch schon mal Nachricht aus Belgien mit neuen Tourdaten. Kribbelig – beende schon gedanklich die erste Bauzeit. Es lockt schon wieder das Team und ein Lastwagen, Zeit auf Europas Straßen.
Langsam, langsam, erst mal sind wir ja noch hier und ich fühle Glück und Frohsinn mit meinen 13 Tonnen wunderbarem Stahl. Kann man einen Blecheimer lieben? Wenn ja, so muß er wohl zwangsläufig Formen eines Bootes aufweisen. Anyway, Van Morrison „ … in San Francisco“ erklärt wie es geht und Anadolu EFES bereitet einen Weg.
Es ist aber nun doch schon wirklich viel geschehen, viel mehr, als ich gehofft habe und viel viel mehr als wissende Stimmen hier im Umkreis prophezeit haben. All die Schlauschwätzer waren ohnehin sehr schnell sehr still und verlegten sich darauf, da sie sich berufen fühlen, mich technisch und auch gestalterisch zu beraten. Freilich auch wieder ungefragt.
Und ansonsten bin ich richtig froh, daß bisher alles, trotz gelegentlicher Ungemach, ohne größere Verletzungen abging. Von ein paar Verbrennungen, Abschürfungen und mittleren Platzwunden mal abgesehen.
Manchmal …
ich brauche das einfach, es sieht so aus – einfach damit ich weiß, wozu diese ganze Arbeit, die manchmal: Blicke an die Wand und keine Idee wie weiter. Diesen Anblick um zu wissen warum, was danach, die Belohnung. Das Meer, der Himmel und 360 Grad Horizont, für Tage, für Wochen. Sehnsucht.
…. how are you?
Meine Hände schmerzen, sind rauh, rissig und hart wie nie zuvor in meinem Arbeitsleben – wund an Schnitten, Schürfungen und Brandverletzungen. Im Moment dürfte ich keine Frau anfassen, zerreißen würde sie an meinen Händen wie Pergamentpapier.
Und doch bin ich so glücklich wie selten zuvor. Es füllt mich aus, fordert mich – und auch heraus, täglich. Ich arbeite von früh morgens bis Sonnenuntergang, täglich. Ich bin fit, vielleicht war ich nie (oder lange nicht) in besserer Verfassung. All die kleinen nervigen Schmerzen, die Verspannungen, verschwunden. Ich bin stark und zäh, muskulös auf der ganzen Länge, schwungvoll und geschmeidig wie Pan mit der Flöte. Vielleicht sollte Mann wirklich, wenn er gesunden und den Kopf auf Vordermann bringen will, sich ein Boot besorgen und daran arbeiten. Außerdem ist Eisen immer gut für den Organismus.
Und auf der Baustelle: Jeden Tag ein Stück weiter, manchmal unbefriedigend, weil ich mir mehr vorgestellt habe, am Abend zu betrachten, aber immerhin. Habe ich schon mal diese 111 Kleinigkeiten erwähnt? Der Bug ist endlich auch wieder vom Deck her zu, das Schanzkleid umlaufend und mit Kantenschutzrand fertiggestellt. Noch nicht zu sehen: Die Rollen für die Ankerkette. Ilhan hat mir gestern beim Bier über die Bar hinweg signalisiert, die Rollen seien fertig. Und er hat sich auch mit dem Preis mal richtig angestrengt.
Cockpitsüll macht sich. Zwei versenkte Winschpodeste je Seite haben mir schon etwas Lob bei den tourisierenden Stegseglern eingebracht. Ich bin immer noch im Rennen und schmeiß mit meiner Energie um mich. Muddy Waters (wanna say Hi to Gondola) trinke ich und höre dabei Morrisons CD, “A Night In San Francisco”, seit einer Woche jeden Abend (ein Graus für jeden Verbrauchergewohnheitenherausfinder). Lob hin oder her, die Winschpodeste, die eigentlich Teil des Cockpitsülls sind und somit auch Rückenlehnen mit eingebauten Schwalbennestern – das mußte wohl sein, ich wollte es einfach mal wieder wissen.
Der Prügel da vorn ist neu, oder?
Längere Zeit habe ich mir das Thema Bugspriet verboten, da die Zeit ja nicht reif war. Zu viel anderes war noch zu tun, bevor ich so weit nach vorn komme. Und Bugspriet ist kein Muß sondern Fleißaufgabe, irgendwie.
Aber mit einem Mal ist das Thema heiß. Die Nase abgeschnitten, der dahinter liegende Ankerkasten nach allen Seiten bearbeitet – das alte Dreckloch halbwegs anständig gemacht – der Plattensteven angefertigt, was, nebenbei bemerkt, ein außerordentlich schönes Stück geworden ist, und den selbigen am Bug angebracht, innen und außen verschweißt.
Und da ist es, jetzt ist es! Der Bugspriet muß her und es wird auch höchste Zeit, damit der Großmast wieder ordentlich angehängt wird. Was so lange warten mußte, ist jetzt am dransten. Und schon steigen Ängste auf, denn so ein Stück ist ja irgendwie die Visitenkarte eines Bootes. Man stelle sich nur vor, man “parkt” vorwärts im Hafen ein, ein zufälliger Passant bemerkt einen verpatzten Bugspriet und muß auf der Stelle kotzen.
Schlicht soll er sein, seine Funktion natürlich erfüllen ( in diesem Fall außer dem Vorstag tragen, auch einen Anker) – wie mit allem technischen Gerät, es ist dann am besten, wenn es nichts mehr wegzulassen gibt. Die Linie des Boots unterstreichen usw.
19. März/ Es scheint fast, als möchte mein Bugspriet volle drei Tage brauchen. Zum einen aber ist es mein wirklich erster, der den ich als vorläufige Essenz all derer, die ich je sah, mir an der SERAPHINA vorstellen kann, und dann ist in der Zeit auch die Gestaltung der Form und all der Details einbezogen.
Tatsächlich wurden es fast vier Tage, bevor er fertig verschweißt am Bug prangt und am fünften fielen mir wesentliche Verbesserungen ein. Also, in den nächsten Wochen, in einer freien Zeit zwischendurch werde ich mich nochmal dran machen.



